Viel Lärm um nichts? Griechenland-Gipfel der Eurogruppe in Brüssel

Mitten hinein in das Auge des Sturms – seit Montag bin ich für insgesamt 4 Wochen im Studio Brüssel des Deutschlandradios. Eigentlich wäre jetzt im Juli wohl eher schon ein wenig Sommerflaute, aber in diesem Jahr ist alles anders: Das große Griechenland-Gewitter tobt über der Stadt. Und so hieß es dann gestern für mich, direkt am zweiten Tag: Sondergipfel!

Was Akkreditierungen angeht, macht Brüssel dem Klischee der bürokratieüberladenen EU direkt alle Ehre. Beantragen Sie bitte hier folgendes, da jenes und vergessen Sie nicht Ihre Unterlagen im Original, unterschrieben von der Chefredakteurin. Achdujemine.

Während es für die gipfelversierten Journalisten und Brüsseler Einwohner ja schon zum Alltagsgeschäft gehörte, war für mich das Drumherum ziemlich aufregend. Überall Polizei, Stacheldrahtsperren „to go“, Reiterstaffel am Boden, Helikopter in der Luft und jede Menge schwarze Limousinen mit Staats- und Regierungschefs aus ganz Europa. Wat uffregend! Guck mal, der Hinterkopf von Hollande!
Am meisten hat mich allerdings die perfekt organisierte Polizei fasziniert. Mit Toilettenwagen, Kaffeeausschank und Partymusik im Bully haben die Jungs und Mädels sich den Tag ganz solide gestaltet. Sehr charmant zu beobachten!

Interessant auch die Innenansicht. Politiker, die ratlos wirken, Journalistinnen, die nicht mehr wissen, wie sie das Thema denn jetzt schon wieder kommentieren sollen und Raucher, die sich im Pressesaal in winzige Glaskästen zwängen, weil keiner Lust hat rauszugehen und danach nochmal durch die Sicherheitskontrolle zu müssen.

Der Gipfel bedeutete für mich allerdings nicht nur interessante Einsichten, sondern auch Arbeit – bis spät in die Nacht. Europa Heute hatte für den nächsten Morgen eine Reportage bestellt. Also…frisch ran an die Atmos! Kreisende Helikopter, Sirenen, Hufgetrappel. Auf geht’s:

 

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